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Mobilitätskonzepte in der Immobilienbranche –
Eher Pflicht statt Kür?
 

Fakt ist: Städte und wie dessen Bewohner, die darin leben und sich bewegen, verändern sich drastisch. Gerade der Wunsch nach mehr Nachhaltigkeit, besserer Lebensqualität sowie guter Erreichbarkeit sind einige der Anforderungen, die an die Städte der Zukunft gestellt werden. 

Während die innovationsfreudige Mobilitätsbranche die neuen Anforderungen bisher gut abfedern konnte, zeichnet der Blick auf die Immobilienbranche ein etwas anderes Bild:

Schwierige Planbarkeit für die Zukunft, lange Bauzeiten oder die komplizierte Revitalisierung, sind oft Hürden auf dem Weg zur Immobilie, die sowohl heute als auch in 30 Jahren den neuen Anforderungen gerecht wird. Gerade im Bezug zur neuen Mobilität bedeutet dies Anschlussverlust, der letztendlich nicht nur für die Immobilienbranche, sondern rückwirkend auch für die der Mobilität und letztendlich für unsere Städte nichts Gutes bedeutet. Denn Städte sind lediglich die Schnittmenge einzelner Sektoren, die nur bei deren gemeinsamer Entwicklung voneinander profitieren können. Um diesen neuen Anforderungen gerecht zu werden, sind innovative Mobilitätskonzepte in der Immobilienbranche unerlässlich.

Autor: Dominik Nouri Geschäftsführer, Veomo Mobility GmbH

Mobilität und Immobilienwirtschaft brauchen einander  

Studien haben gezeigt, dass mehr als 90 % der Fahrtwege in Gebäuden beginnt. Das nötige Zusammenspiel beider Sektoren zwischen Mobilität und Immobilienwirtschaft ist nicht von der Hand zu weisen. Einmal mehr zeigt dies, wie unvorstellbar die Vermarktung einer Immobilie ohne eine Beschreibung der Verkehrsanbindung ist.    

Immobilien, die direkten Zugang zu Nahverkehr haben sowie ein breites Angebot an neuen Mobilitätsdienstleistern in unmittelbarer Standortnähe besitzen und diese auch vermarkten, haben definitiv einen klaren Wettbewerbsvorteil. 

Das Auto tritt als Statussymbol und Transportmittel erster Wahl immer mehr in den Hintergrund, denn viele Berufstätige verzichten zumindest zeitweise auf den eigenen PKW und pendeln stattdessen mit öffentlichen Verkehrsmitteln, E-Rollern und E-Bikes oder Carsharing-Fahrzeugen zur Arbeit. Das schont die Umwelt, den Geldbeutel und die Nerven während der Rushhour und schafft gleichzeitig eine vollkommen neue Flexibilität. 

In der mobilen Zukunftsplanung geht es deshalb weniger um den Umstieg vom PKW mit Verbrennungsmotor auf ein E-Auto, sondern vielmehr darum, konkret durch Mobilitätskonzepte auf die standortspezifischen Herausforderungen durch Maßnahmen abseits vom Ausbau weiterer Stellplätze einzugehen.  

So auch im Personennahverkehr. Der Frequenz- und Netzausbau der öffentlichen Verkehrsmittel stellen nur eine Komponente der multimodalen und nachhaltigen Zukunft dar. 

Mobilitätskonzepte helfen den Anforderungen gerecht zu werden 

Doch welche weiteren Zusammenhänge gibt es zwischen Klimaschutz, Mobilität und der Immobilienwirtschaft?  

Sowohl aus ökologischer als auch aus soziologischer Sicht sind neue Mobilitätskonzepte unerlässlich. Nur durch die stärkere Nutzung erneuerbarer Energien im Gebäudesektor können nationale, europäische und internationale Klimaziele erreicht werden.  

Neue Mobilitätsdienste können ebenfalls durch Ihren geringeren C02-Ausstoß dazu beitragen, diese zu erreichen. Doch dazu braucht es die Immobilienwirtschaft, die erst die nötige Infrastruktur für die Entwicklung dieser schafft. Dies hat auch die EU-Kommission erkannt, weshalb die Ausrichtung neuer Mobilität als technisches Bewertungskriterien in der EU-Taxonomie unter Artikel 19 Absatz 4 aufgeführt wird: 

“Die in Absatz 1 genannten technischen Bewertungskriterien umfassen auch Kriterien für Tätigkeiten im Zusammenhang mit dem Übergang zu sauberer oder klimaneutraler Mobilität, auch durch Verkehrsverlagerung, Effizienzmaßnahmen und alternative Kraftstoffe, soweit diese wesentlich zur Erreichung mindestens eines der Umweltziele beitragen.”

Doch nicht nur ESG – Regularien schaffen Anreize zum Handeln. Gerade wenn es um nachhaltige Projektentwicklung geht, sollte vor allem der Mensch mit seinen Bedürfnissen im Mittelpunkt stehen.
Ein wichtiges Zukunftsthema bei Wohn- und Gewerbeflächen ist und bleibt deshalb deren Erreichbarkeit. Stadtbewohner und Pendler betrachten Zeit zunehmend als Luxusgut und wünschen sich deshalb kurze Wege zwischen Wohnungstür, Arbeitsplatz und Einzelhandel. So galten bisher Stellplätze für Autos und eine zentrale Anbindung an den ÖPNV als Miet- und Kaufkriterium für Wohn- und Gewerbeimmobilien, doch heute wünschen sich Mieter Angebote die darüber hinausgehen.
Dies könnten Stellplätze für Scooter, ausgebaute Infrastruktur für Fahrradfahrer wie Duschen, Umkleiden oder Spinte, direkt in den Objekten selbst und viele weitere Maßnahmen zur Förderung der Mobilität sowie Mietererlebnis sein. 

VEOMO-Mobilitätskonzepte 

Die verbesserte Standortanbindung, ESG-Konformität, oder das Vermeiden von Flächenversiegelungen durch teure Stellplätze: Die Notwendigkeit, durch Mobilitätskonzepte, den neuen Anforderungen an Unternehmen, Immobilien in Neubau und Bestand sowie Wohngebieten gerecht zu werden, folgt vielen Beweggründen gleichzeitig.  

Das Team des Beratungsunternehmens VEOMO und Crenet-Netzwerk-Mitglied hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Städte, Projektentwickler:innen und Assetmanager:innen dabei zu helfen, den kompletten Prozess bei der Integration neuer Mobilität an Gebäudestandorten zu begleiten. So können durch das Mitdenken der planerischen Voraussetzungen, Wirtschaftlichkeit, der Auslastung und dem Vermarktungspotenzial praxisorientierte Mobilitätskonzepte entwickelt werden. 

In der ersten Phase der Projektinitialisierung und Zielvereinbarung wird mit allen Projektbeteiligten das Ziel der Konzepterstellung erarbeitet. Dieses kann z.B. die Steigerung der Nutzerattraktivität oder das Erreichen von Nachhaltigkeitszielen, aber auch die Vermarktungsförderung umfassen. Anschließend wird ein zeitliches und inhaltliches Projektvorgehen festgelegt.  

Für die Ergreifung entsprechender Maßnahmen auf Projektentwicklerebene ist eine profunde datenbasierte Bedarfs- und Mobilitätsanalyse notwendig, welche in der zweiten Phase des Prozesses erstellt wird. 

Diese Analyse ermöglicht es im nächsten Schritt, maßgeschneiderte Handlungsempfehlungen zu entwickeln und geeignete Lösungsanbieter mit direkten Ansprechpersonen zu vermitteln. Auch die Dimensionierung und der zu berücksichtigende Flächenverbrauch werden in dieser dritten Phase ermittelt.  

Die vierte Phase umfasst schließlich die Erstellung des Mobilitätskonzepts und somit die Zusammenführung und Visualisierung der finalen Ergebnisse der vorherigen Phasen. Das Konzept kann sowohl zur Einreichung im Rahmen des B-Plan-Verfahrens als auch zur Vermarktung für potenzielle Mieter:innen genutzt werden. 

Falls gewünscht, begleitet VEOMO mit seinem Beraterteam auch die Umsetzung und Koordination des Projekts, berät bei möglichen Verhandlungen mit Kommunen, Angebotsvergleichen und erstellt Empfehlungen für geeignete Betriebsmodelle für das Objekt.  

Sie haben Fragen zur Integration nachhaltiger Mobilität in Projektentwicklungen in Neubau und Bestand oder zu den Mobilitätskonzepten?  

Das Team von VEOMO hilft Ihnen gern, dass beste Mobilitätskonzept für Ihren Standort zu finden.
 

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